Seelsorge

Als 1986 sich der Hospizverein gründete und den Namen „Zum HI. Franziskus“ wählte, zierte ein Franziskusbild und ein kleines Gedicht die Briefbögen:

Dieses Gedicht ist eine schlichte und präzise Definition von Seelsorge in unserem Hospiz: Mit Franziskus im anderen Menschen, d.h. in der Schwester und im Bruder den Herrn selbst sehen und sich ihm zur Verfügung stellen. In den Gästen, die für die letzte Lebensstrecke im Hospiz wohnen, in den Angehörigen und Freunden, in den Besuchern aus Schulen und Gemeinden, in den mitarbeitenden Angestellten und Ehrenamtlichen begegnet uns Christus. So verstandene Hospizarbeit überschreitet humanwissenschaftlich begründete Fachlichkeit. Dienst am Menschen wird zum Gottesdienst. So verstandene Seelsorge bezieht alle Mitarbeitenden auf ihre Weise ein und wirbt damit, in der Sterbebegleitung und im täglichen Miteinander die Liebe Gottes zu den Menschen sichtbar werden zu lassen.

Seelsorge im Hospizalltag geschieht meist auf unspektakuläre Weise. Es gibt Gottesdienste, Eucharistie und Abendmahl, Meditation und Gebet als traditionelle Riten; aber auch das gemeinsame Aushalten von Fragen und Sinnsuche, von Schuld und Versöhnung auf dem Weg zu einem größeren Heilsein.

Spiritueller Impuls von Herrn B. Murböck, Vorstandsmitglied