Tag der Offenen Tür im Neubau des Hospiz zum hl. Franziskus am 10.01.2014

Einladung und RückblickAlles begann damit, dass ab 2006 bauliche Mängel deutlich wurden und sich die Wünsche der Bewohner änderten. Als dann der Vorstand am 04.12.2006 den Grundsatzbeschluss fasste, im Hinblick auf die Zukunftssicherung des Hospizes einen Neubau zu errichten, hatte noch niemand eine Vorstellung über den Standort; lediglich „angedacht“ war ein Grundstück des Elisabeth Krankenhauses. Dieses Grundstück blieb auch später – besonders in den aufkommenden Auseinandersetzungen um die Hl-Kreuz-Kirche, eine realisierbare Alternative. Keine Ahnung hatten wir am 04.12.2006 allerdings von der Länge des Weges, davon dass uns das Thema „Neubau“ – von einem fast unübersehbaren Papierwust abgesehen – in weiteren 90 Vorstandssitzungen und in ungezählten Gesprächen beschäftigen solle, von den ärgerlichen Tücken und zeitfressenden Schwierigkeiten, die sich dem Vorhaben noch in den Weg stellen sollten, ganz zu schweigen. Einem Vorhaben übrigens, das rundherum allgemein auf volle Zustimmung stieß.

Die Schwierigkeiten ergaben sich in den Details, mit Zuständigkeiten, die mal bei der Stadt, mal beim Kreis, mal beim Land, dann beim Bischof, mal bei der Kirchenverwaltung in Recklinghausen oder der Emschergenossenschaft lagen. Da forderte der Denkmalschutz ebenso wie der Naturschutz, dieser in Form eines angeblichen Turmfalken, sein. Recht. Eine Nachbarin befürchtete Bauschäden an ihrem Haus. Für einen amtlichen „Blindgängerverdachtspunkt“ konnte erst nach zwei Jahren Entwarnung gegeben werden.

Und schließlich kosteten die Folgen der Emscher-Renaturierung viel Zeit und viel Geld. Zunächst musste aber nach dem Grundsatzbeschluss ein Konzept erarbeitet werden, das in Frage kommende Förderer und Unterstützer, insbesondere auch private Spender, überzeugen würde. Dieses „Hospizkonzept“, an dessen Erstellung sich alle Haupt- und Ehrenamtlichen je nach ihrem Arbeitsbereich intensiv beteiligten, war im Juni 2009 fertiggestellt und enthielt neben einem exakten Raumbedarfsplan und einem kompetenten Pflegekonzept eine umfassende Information und Perspektive zur Hospizarbeit in Recklinghausen. Zwischenzeitlich konnte aber leider nicht verhindert werden, dass das Hospiz in heftige, öffentliche Auseinandersetzungen um die Fusion der Kirchengemeine HL-Kreuz und um den vom Bistum beschlossenen Abriss der HL-Kreuz-Kirche geriet. Die damalige Behauptung, „HL-Kreuz-Kirche muss Hospiz“ weichen, entsprach absolut nicht den Tatsachen. Es war nachweisbar genau umgekehrt: weil das Bistum den Abbruch der HL-Kreuz-Kirche beschlossen hatte, bot sich mit der Errichtung eines Hospiz-Neubaus eine sinnvolle Nachnutzung des Geländes an.

Es ist zu wünschen, dass mit dem Neubau der HL-Kreuz-Kapelle jetzt auch die letzten vielleicht noch offenen Wunden geheilt werden können und letzte Vorbehalte sich erledigen. Das zwischen dem Hospiz und der um HL-Kreuz und St. Josef vergrößerten Marien-Gemeinde eine zukunftsweisende und glaubwürdige Zusammenarbeit möglich ist, zeigte sich dann u.a. bei den Verhandlungen über ein Erbbaurecht an dem Grundstück, auf dem jetzt der Neubau errichtet wird. Jedenfalls war inzwischen – wesentlich wohl auch im Hinblick auf das überzeugende „Hospizkonzept“ – die Finanzierung mithilfe von Fördereinrichtungen, einigen großherzigen Zahlungszusagen und vielen, vielen privaten Spenden … und einer erheblichen Eigenleistung des Hospizes gelungen – allerdings nur (als Teil der Eigenleistung) mit einer zusätzlichen Kreditaufnahme von 600.000 €.

Grafik f + g
Das Hospiz bleibt also, gerade auch im neuen Haus, auf die Akzeptanz und Solidarität der Bürgerinnen und Bürger angewiesen!


zum Impressum / Spendenkonto

Weihnachtsgruß 2013

Liebe Freundinnen und Freunde unseres Hospizes!

WeihnachtenZusätzlich zum kalendarischen Jahreswechsel steht dem Hospiz in diesem Jahr mit dem Umzug in den Neubau ein weiterer, ganz besonderer Wechsel bevor. Es ist nicht einfach nur der Wechsel von einem Gebäude in ein anderes. Wir nehmen vielmehr Abschied von einem lieb gewonnenen Ort, einem Haus, in dem alles begann, das über 26 Jahre Heimstatt war, ein Zuhause, eben ein „Hospiz“. Die Trennung davon wird für die, die dort gearbeitet haben – trotz mancher technischer Mängel und baulicher Einschränkungen – deshalb vielleicht auch mit Wehmut verbunden sein.

Aber das darf den Blick und die Freude auf den Neubau natürlich nicht trüben. Wir sollten den schönen und erfolgreichen Jahren im „Altbau“ nicht nachtrauern, sie vielmehr in Mut machender Erinnerung behalten. Was dort in all den Jahren möglich war, wird unter verbesserten äußeren Bedingungen auch im Neubau gelingen. Letztlich kommt es auf die Menschen, Hauptamtliche wie Ehrenamtliche, auf jeden von uns an und darauf, dass auch im Neubau der gleiche Geist, die gleiche Einstellung und das gleiche Engagement ermöglichen, was im Altbau in 26 Jahren glaubwürdig praktiziert wurde, einen Dienst am Menschen.

Heut sollt ihr wissen:
der Herr kommt, uns zu erlösen,
und morgen sollt ihr schauen seine Herrlichkeit.
2.Mose 6 u. 7
Recklinghausen, im Dezember 2013

All denen, die bisher an diesem Dienst ihren Anteil hatten, sind wir von Herzen dankbar. Allen, die sich auch in Zukunft dieser Herausforderung stellen, wünschen wir mit Gottes Hilfe Kraft und Erfolg, Freude und Zufriedenheit.

Ihnen allen und Ihren Lieben wünschen wir eine friedvolle Adventzeit, ein gesegnetes Weihnachtsfest und Gottes Segen für das neue Jahr.

  • Rudolf Kortenjann u. Norbert Homann, Vorstand
  • Barbara Sonntag , Hospizleitung
  • Regine Ready , MAV
  • Hospiz zum hl. Franziskus

Innenausbau am Franziskus-Hospiz hat begonnen

Hospiz soll trotz des langen Winters rechtzeitig fertig werden.

Norbert Homann steht im Erdgeschoss des halbfertigen neuen Franziskus-Hospizes. Der Geschäftsführer der eigens für den Neubau gegründeten gGmbH deutet auf das Ende des schlauchartigen Traktes. „Hier soll der Raum der Stille entstehen“, ruft Homann. Er muss sich anstrengen, um das gerade einsetzende Kreischen einer Bohrmaschine zu übertönen. Von Stille kann hier noch keine Rede sein. Handwerker schleppen Kisten und Baumaschinen über den nackten Betonboden. Irgendwo plätschert ein Radio. Homann scheint zufrieden. Trotz der zwei Monate Rückstand, den der lange Winter den Bauherren beschert hat. „Wir halten daran fest, dass wir das Hospiz im Dezember oder Januar eröffnen. Das holen wir wieder auf“, sagt Homann, der früher die Geschäfte des nahen Elisabeth-Krankenhauses führte.

Seit die Fenster in der verklinkerten Fassade sitzen, hat Homanns Stimmungsbarometer einen Sprung nach oben gemacht: „Jetzt können wir endlich den Innenausbau anpacken.“ Einige Trockenwände haben die Handwerker für die Büros im Erdgeschoss schon eingezogen. Die zwölf ebenfalls im Erdgeschoss angesiedelten Patientenzimmer präsentieren sich noch als nicht unterteilte Fläche in Ballsaalgröße. Jedes Zimmer wird eine Terrasse mit Zugang zum Außengelände oder zum Innenhof haben. Auf rund 23qm werden die Patienten ihre letzten Tage verbringen. In der Mitte des 2,4 Millionen Euro teuren Komplexes soll ein Wasserspiel entstehen, in dem das Taufbecken der früheren Heilig-Kreuz-Kirche eine zentrale Rolle spielt.

Noch thront im Innenhof ein schwerer Kran. Homann witzelt, man habe vergessen, den Kran rechtzeitig zu entfernen. Nun müsse er im Atrium bleiben. Seine Begleiter, darunter der SPD-Bundestagsabgeordnete Frank Schwabe, runzeln die Stirn. Dann kommt die Aufklärung: Ein Kran wird den Kran aus dem Gebäudekomplex hieven. 30 Angestellte werden ab 2014 ihren Dienst im neuen Franziskus-Hospiz verrichten. Nebenan baut die Mariengemeinde mithilfe des Bistums gerade eine neue Kapelle als Ersatz für die abgerissene Heilig-Kreuz-Kirche. Die Kapelle soll rechtzeitig mit dem Hospiz fertig werden.

Besuch Frank Schwabe

Interessierter Gast: MdB Frank Schwabe (l.) ließ sich von Norbert Homan (2.v.l) die Hospizbaustelle zeigen. Vorsitzender Rudolf Kortenjann (r.) und Bauleiter Hans-Jürgen Kleine-Blev diskutieren technische Details. [Foto: SPIESS]

Quelle:
Alexander Spiess, Recklinghäuser Zeitung vom 03.05.2013