Die Gezeichneten und die Sterblichen

Vortrag von Herrn Prof. Steinkamp

Herr Prof. Hermann Steinkamp, römisch-katholischer Theologe, Pastoralpsychologe, Pastoralsoziologe, referierte am 15.11.2016 im Süder Palliativ-Forum, dem auch das Hospiz angehört, zum Thema „DIE GEZEICHNETEN UND DIE STERBLICHEN“ vor rund 60 Zuhörern im August-Mäteling-Haus. Mit seinen Ausführungen weist Prof. Steinkamp auch einen Weg in eine gemeinsame Zukunft von Hospiz und christlichen Gemeinden. Da das Thema so zukunftsweisend ist, können Sie das Referat hier anklicken und in voller Länge lesen.

(v.l.n.r) Herr Dr. Reckinger, Frau Barbara Sonntag und Herr Prof. Hermann Steinkamp

(v.l.n.r) Herr Dr. Reckinger, Frau Barbara Sonntag und Herr Prof. Hermann Steinkamp

Neubau des Hospiz zum heiligen Franziskus

Grundsteinlegung für das neue Franziskus-Hospiz

Der Grundstein für den Neubau des Hospizes zum heiligen Franziskus an der Feldstr. 32 ist gelegt. Über 300 geladene Gäste verfolgten am 14.09.2012 die offizielle Feier im überfüllten August-Mäteling-Haus.

Der Tag war nicht zufällig gewählt, bildete am Freitag doch das Heilig-Kreuz-Patronatsfest einen Bezug zur gerade erst auf dem Baugrundstück abgerissenen Heilig-Kreuz-Kirche. Für Pfarrer Gregor Wolters von der Mariengemeinde ein Symbol für einen gemeinsamen Neuanfang.

Ein Neuanfang, der rund 2,5 Mio. Euro kosten wird. Geschäftsführer Norbert Homann erinnerte in seiner Rede an die 900.000 €, die das Hospiz als Eigenanteil zu den Baukosten zusteuern muss, und an die durch Spenden zu deckenden jährlichen Betriebskosten von 250.000 €.

Am Anfang stand ein Traum. Pfarrer Hans Overkämping und Norbert Homann ließen ihn wahr werden, als sie 1986 trotz aller Skepsis vieler Beobachter das erste Hospiz Deutschlands möglich machten. „Von Recklinghausen ist damals ein guter Geist ausgegangen“, erinnerte Homann 26 Jahre später. Etwa 200 Hospize und mehr als 1000 Hospizvereine gebe es mittlerweile in Deutschland. Bei seiner Gründung vor 26 Jahren habe kaum jemand geglaubt, dass sich das erste deutsche Hospiz lange würde halten können.

Auch die vielen Mitarbeiter freuen sich auf den Neubau. Andrea Steggemann arbeitet seit acht Jahren als Nachtschwester im Süder Hospiz. Wenn sie vom Neubau spricht, schwingt Begeisterung in ihrer Stimme mit. „Das alte Hospiz ist schön und heimelig, aber wir freuen uns auf die neuen Räume.“ Die seien fast wie Hotelzimmer. Jedes Zimmer hat einen Zugang zur Terrasse, für Angehörige sind Schlafmöglichkeiten vorgesehen. All das gab es bislang nicht. Die zwölf Betten verteilen sich bislang auf drei Etagen. Der zweigeschossige Neubau soll die Abläufe vereinfachen. Das Erdgeschoss mit zwölf Betten ist den Patienten vorbehalten, oben wird die Verwaltung untergebracht.

Grafik des neuen Hospizes und der Kapelle auf dem Gelände der Heilig-Kreuz-Kirche an der Feldstraße/Ecke Behringstraße.

Während sich im August-Mäteling-Haus Rede- und Musikbeiträge abwechselten, fielen draußen die ersten Regentropfen. Kurzerhand verzichteten die Organisatoren darauf, das Baugrundstück aufzusuchen. Pfarrer Wolters segnete den mit der Gründungsurkunde versehenen Grundstein im Mäteling-Haus.

Eigentlich hätte die ‚Heilig-Kreuz-Kirche“ bereits vor einem halben Jahr abgerissen werden sollen. Doch erst vor wenigen Tagen sind die vorbereitenden Arbeiten für den Neubau des Hospizes zum Heiligen Franziskus beendet worden. Grund für die Verzögerung waren viele kleine und große Stolpersteine, darunter nicht nur baurechtliche. So hatten Bürger angeblich einen Falken im Kirchturm gesehen. Daraufhin mussten Vogelschützer überprüfen, ob dies auch wirklich stimmt. Nein, stellten sie am Ende fest aber bis dahin durfte die bereits Ende November 2010 in einem Gottesdienst mit Pfarrer Gregor Wolters profanierte Kirche nicht abgerissen werden.

Nun allerdings geht es endlich mit dem Hospiz-Neubau los. Für die Bauphase sind gut 15 Monate eingeplant. Anfang Dezember 2013 sollte das neue Hospiz, dessen Kosten sich durch die Bauverzögerung um 70 000 € erhöht haben, fertiggestellt sein.

Die eigens für das Bauvorhaben gegründete Franziskus-Hospiz GmbH nimmt dafür einen Kredit über 600 000 Euro auf, um die letzte Finanzierungslücke zu schließen. Den großen Rest der Kosten des insgesamt 2,5 Millionen Euro teuren Projekts übernehmen die Stiftung Wohlfahrtspflege (790.000 €), das Deutsche Hilfswerk (300.000 €), der Hospizverein (250.000 € aus Eigenmitteln), die Prosper Stiftung (250.000 €) sowie weitere Stiftungen. Das Bischöfliche Generalvikariat Münster  gab eine Zusage über  150 000 Euro für 2013.

Gleich neben dem neuen Hospiz wird übrigens eine Kapelle errichtet, die bis zu 80 Personen Platz bietet. Auch hier soll die Fertigstellung spätestens zum Dezember 2013 erfolgen. Die Kapelle wird, so ist es mit der Großgemeinde St. Marien (aus den alten Gemeinden Heilig Kreuz, St. Joseph und St. Marien) vereinbart, Gemeinde und Hospiz gleichermaßen zur Verfügung stehen. Was einmal aus dem Gebäude an der Röntgenstraße, das 1987 als bundesweit erstes Hospiz bezogen wurde, ist derweil noch unklar. Für gute Vorschläge hat der Hospizverein natürlich immer ein offenes Ohr.