Hospiz-Netzwerk Recklinghausen – Auf einen Blick

  1. Hospiz zum hl. Franziskus e.V.
    (VR 1457 AG Recklinghausen)
    Er ist der Trägerverein des Hospizes und bleibt Mehrheitsgesellschafter der gGmbH (vgl.4). Mit ihm fing im Umfeld des Elisabeth Krankenhauses und durch das Kuratorium der Elisabeth-Krankenhaus-GmbH 1986 alles an.
  2. Hospiz -Förderverein Recklinghausen e.V. – von 2004
    (VR 2370 AG Recklinghausen)
    Unterstützt das Hospiz durch Mitgliederbeiträge und Spenden.
  3. Franziskus-Hospiz-Stiftung – von 2005
    (Stift.Reg. NRW 15.2.1-F18)
    Aus den Erträgen des Stiftungsvermögens wird besonders die Hospizarbeit langfristig gesichert.
  4. Hospiz z. hl. Franziskus gemeinnützige GmbH – von 2011
    mit einem Stammkapital von 250.000 €
    (Gründer und Gesellschafter ist der Trägerverein / vergl. 1)
    (HRB 6578 AG Recklinghausen ) – GF Norbert Homann
    Baut und unterhält das neue Hospizgebäude und wird demnächst die Trägerschaft übernehmen.

Ständiger und bleibender Mehrheitsgesellschafter ist der e.V. ( wie oben 1);

Mitgesellschafter z.Zt.:

  • Caritasverband Recklinghausen mit 5.000 €
  • Diakonisches Werk Recklinghausen mit 5.000 €
  • Franziskus-Hospiz-Stiftung (o. Ziff.3) mit 25.000 €

Stand: Februar 2014

Franziskus-Hospiz-Stiftung

hospiz-stiftungHilfe für Schwerkranke und Sterbende, Hilfe für Kinder in Not

Gemeinnützige Stiftungen sind in einer Zivilgesellschaft notwendige und vorbildliche Zeichen privater Initiative und sozialen Engagements. Sie können über den Tod hinaus Spuren praktizierter Nächstenliebe hinterlassen. Sie werden für Menschen auf der Schattenseite unseres Lebens gegründet, um das zu tun, was der Sozialstaat nicht mehr leisten kann. Dies gilt in gleichem Maße in den ersten Jahren des Lebens, wo die soziale Verantwortung für Kinder aus den Fugen geraten ist, wie auch am Ende des Lebens, allein und mit Schmerzen den Tod herbeisehnend. Wer anderen hilft, beschenkt sich selbst. Wer Kindern und Alten sein Herz schenkt, schenkt den zukünftigen Generationen ein menschliches Antlitz.

Recklinghausen mit dem Hospiz zum heiligen Franziskus, ist über viele Jahre Wegweiser der Hospiz- und Palliativ-Neuorientierung gewesen, zu einer Zeit, als sich bei der an sich berechtigten Forderung nach Selbstbestimmung am Lebensende unüberhörbar und unverhohlen auch Sympathien für eine sogen. „Euthanasie“ und aktive Sterbehilfe bemerkbar machten. Es waren Rektor Hans Overkämping, die Ordensschwester und Oberin M. Reginalda und der Verwaltungsdirektor des Elisabeth Krankenhauses Norbert Homann, die mit neun weiteren gleichgesinnten Frauen und Männern am 03.09.1986 das „Hospiz zum hl. Franziskus“ gründeten.

Ohne Eigenkapital, nur von der inneren Überzeugung getrieben, dass auch der Tod ein menschliches Antlitz hat, konnten die Ideengeber Politik, Verwaltung und Kirche von der Richtigkeit zum Bau des ersten Hospizes überzeugen. Nur 15 Monate nach dem ersten Gedanken konnten am 14.08.1987 die ersten Patienten im Hospiz gegenüber dem Elisabeth Krankenhaus aufgenommen werden. Die Bild-Zeitung schreibt dazu am 28.08.1987: „Erstes Deutsches Sterbehaus unter Birken eröffnet“: Mit viel Sensibilität konnten sich Journalisten vor Ort von der Hospiz-Arbeit überzeugen. 26 Jahre Hospiz-Arbeit in Recklinghausen – das heißt auch Begleitung von über 2.000 Menschen auf ihrem letzten Weg – steht auch für die Kontinuität und Verlässlichkeit, mit der hauptamtliche und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihren Dienst versehen und die Hospizidee in unserer Gesellschaft glaubwürdig praktiziert haben.

Auch wenn die Hospiz- und Palliativ-Arbeit heute über Pflegesätze finanziert wird, so decken diese Pflegesätze nur 90% einer ausreichenden Versorgung. Mit Blick in die Zukunft ist es heute wichtiger denn je, über eine Stiftung den Grundstein zu legen, der die Hospizarbeit in Recklinghausen dauerhaft absichert.

Dass sich die Stiftung nicht allein auf die Hospiz-Arbeit konzentriert, sondern auch helfen will, Kinder in Not im In- und Ausland zu unterstützen, ist auf Frau Maria Kunst aus Recklinghausen zurückzuführen. Der Geschäftsführer des Elisabeth Krankenhaus, Norbert Homann, und Frau Maria Kunst hatten über viele Jahre in intensiven Gesprächen Zeit, auch über die Verwendung ihres Vermögens zu sprechen.

Hier schließt sich der Kreis, da Norbert Homann seit vielen Jahren weltweit Sozialprojekte für Kinder betreut und zurzeit das Arco-Iris-Projekt in La Paz besonders intensiv unterstützt. Frau Kunst sprach oft von den suchenden Kinderaugen, die ihr begegnet sind; Augen, die durch unsere Hilfe leuchten sollen.

Ihre Hilfe kommt zu 100 % den Menschen im Hospiz und den Kindern in Not zugute.

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Recklinghäuser Zeitung berichtet: Hospiz zieht bald um, Neubau ist fast fertig

von Alexander Spiess, Recklinghäuser Zeitung vom 30.12.2013. Der Tresen steht bereits im Empfangsbereich des Hospizneubaus an der Feldstraße. Noch verhüllt eine Plastikplane das Möbelstück in heller Buchenoptik. Handwerker streichen hier und da Wände, drücken Türdichtungen in die Zargen. Es reicht nach Farbe und Holz. Nach Aufbruch.

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Am Freitag, 10. Januar, soll alles fertig sein. Dann lädt das Hospiz zum hl. Franziskus von 14 bis 19 Uhr zum Tag der Offenen Tür in seine neuen Räume ein. Schon jetzt ist klar. Der Neubau wirkt deutlich aufgeräumter als die bisherige Unterkunft an der nahen Röntgenstraße. Helle Farben dominieren. Die zwölf Patientenzimmer im Erdgeschoss sind um einen noch kahlen Innenhof herum gruppiert. Zu jedem der 24 qm großen Zimmer gehört eine kleine Terrasse. „So können wir die Patienten bei gutem Wetter auch mals ins Freie schieben“, erklärt Norbert Homann (70). Der Geschäftsführer des Hospizvereins und der eigens für den Neubau gegründeten Betreiber-Gesellschaft wacht darüber, dass die Baukosten bei aller Euphorie nicht aus dem Ruder laufen. Gleich mehrfach musste Homann die Pläne abspecken. So sind für das Außengelände nun weniger Bäume und Hecken vorgesehen. Auch aus der Gartenlaube wird nichts. Die Nebenküche im Obergeschoss für die ehrenamtlichen Helfer soll erst später folgen. „Wir können nicht alles sofort machen“, sagt der Geschäftsführer. „Das ganze muss langfristig finanzierbar sein.

Dafür kostet der Neubau „nur“ 2,39 Mio. Euro – und damit lediglich 50.000 Euro mehr als ursprünglich veranschlagt. Norbert Homann würde gerne noch günstiger bauen. Er meint: „Hätten wir das Projekt nicht öffentlich ausschreiben müssen, wäre es zehn Prozent billiger geworden.“ Seine These: „Viele Firmen, die günstigere Angebote gemacht hätten, bieten gar nicht mit, da das Verfahren zu kompliziert ist“. Fünf Recklinghäuser Firmen sind im Neubau beteiligt, Sie verwirklichen den räumlichen Quantensprung für das erste Hospiz Deutschlands. Dabei hat Homann die verwinkelten und auf mehrere Etagen verteilten Räume an der Röntgenstraße ins Herz geschlossen. „Das Alte hatte seinen Charme, es war die Geburtsstunde.“ Der Hospizverein bleibt Eigentümer der Immobilie an der Röntgenstraße.

Mit dem Halterner Pflege- und Gesundheitsteam ist bereits ein Mieter gefunden. 2800 Euro Kaltmiete überweist der ambulante Pflegedienst ab Februar an den Hospizverein. Dieses Geld will Homann vor allem zur Tilgung zweier Darlehn aufwenden, 600 000 Euro hat der ohnehin auf Spenden angewiesene Verein für die Baukosten aufgenommen, 100 000 Euro für den Kauf von Inventar. Dabei nimmt der Hospizverein viele Einrichtungsgegenstände mit an die Feldstraße. Komplett neu eingerichtet werden die Patientenzimmer. Der Umzug soll nach dem Tag der Offenen Tür über die Bühne gehen. 29 fest angestellte Mitarbeiter und einige der 80 ehrenamtlichen Helfer des Hospizes packen mit an. Für ein Umzugsunternehmen, sagt Norbert Homann, ist kein Geld da.